Informatik in der Erprobungsstufe (Klasse 5/6)
In den Jahrgangsstufen 5 und 6 erhalten alle Schülerinnen und Schüler einen ersten systematischen Einblick in die Welt der Informatik. Der Unterricht ist als Pflichtfach konzipiert und legt die Basis für das Verständnis digitaler Systeme und Prozesse.
Inhaltliche Schwerpunkte
Der Unterricht orientiert sich an den drei zentralen Perspektiven des Kernlehrplans:
Wirkprinzipien: Es wird untersucht, wie Informatiksysteme (z. B. Computer, Tablets, Smart-Home-Geräte) grundsätzlich funktionieren. Dazu gehören die Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe von Daten (EVA-Prinzip) sowie der Aufbau einfacher Netzwerke.
Gestaltung: Die Schülerinnen und Schüler lernen, einfache Algorithmen zu verstehen und selbst zu entwerfen. Dies geschieht häufig spielerisch durch die Programmierung kleinerer Abläufe in visuellen Umgebungen. Zudem wird der sachgerechte Umgang mit Standardsoftware (Textverarbeitung, Dateiverwaltung) geübt.
Gesellschaftliche Wechselwirkungen: Ein wesentlicher Teil des Unterrichts befasst sich mit dem reflektierten Mediennutzungsverhalten. Themen sind hierbei der Datenschutz, das Urheberrecht sowie die Bedeutung der Informatik im Alltag.
Leistungsbewertung
Im Unterschied zum Wahlpflichtbereich ab Klasse 7 werden in der Erprobungsstufe keine Klassenarbeiten geschrieben. Das Fach gehört zur Fächergruppe II (Nebenfach). Die Leistungsbewertung erfolgt ausschließlich über die Sonstige Mitarbeit. Dazu zählen:
Praktische Übungen am Computer.
Mündliche Beteiligung am Unterrichtsgespräch.
Kurze schriftliche Übungen oder Tests.
Ergebnisse aus Partner- oder Gruppenarbeiten.
Lernziele
Ziel des Informatikunterrichts in Klasse 5 und 6 ist es, die Schülerinnen und Schüler von reinen Konsumenten digitaler Medien zu kompetenten Akteuren zu machen. Sie sollen lernen, Informatiksysteme sicher zu bedienen, einfache Probleme logisch zu lösen und die Auswirkungen digitaler Technik auf ihr eigenes Leben kritisch zu hinterfragen.
Wahlpflichtfach Informatik (WP I) (Klasse 7-10)
Das Fach Informatik wird im Wahlpflichtbereich der Realschule ab Klasse 7 als viertes Hauptfach angeboten. Der Unterricht orientiert sich am aktuellen Kernlehrplan NRW und vermittelt grundlegende Kompetenzen in der Analyse, Modellierung und Implementierung von Informatiksystemen.
- Inhaltsbereiche und Schwerpunkte
Das Curriculum gliedert sich in verschiedene Kompetenzbereiche, die über die Schuljahre hinweg vertieft werden: - Daten und Informationen: Codierung von Texten und Bildern (Binärsystem), Aufbau von Datenbanken sowie die Verschlüsselung von Daten.
- Algorithmen: Entwicklung und Analyse von Handlungsanweisungen, Nutzung von Kontrollstrukturen und Variablen.
- Programmierung: Praktische Umsetzung von Algorithmen mittels visueller Programmierumgebungen oder textbasierter Sprachen (z. B. Python).
- Informatiksysteme: Verständnis von Hardwarekomponenten, Funktionsweise von Rechnernetzen und dem Internet.
Informatik, Mensch und Gesellschaft: Auswirkungen der Digitalisierung, Datenschutz, Urheberrecht sowie die Funktionsweise Künstlicher Intelligenz.
Leistungsbewertung und Klassenarbeiten
Als Hauptfach ist Informatik versetzungsrelevant. Die Leistungsbewertung setzt sich aus zwei Säulen zusammen:
- Schriftliche Leistungen: Pro Halbjahr werden zwei Klassenarbeiten geschrieben. Diese enthalten sowohl theoretische Aufgabenstellungen als auch praktische Anteile, die direkt am Computer bearbeitet werden. Gemäß Kernlehrplan kann pro Schuljahr eine Klassenarbeit durch eine fachspezifische Projektarbeit ersetzt werden.
- Sonstige Leistungen: Hierzu zählen die kontinuierliche Mitarbeit im Unterricht, die Qualität der praktischen Projektergebnisse, Dokumentationen sowie schriftliche Übungen.
Anforderungen.
Das Fach Informatik richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit einem ausgeprägten Interesse an logischen Zusammenhängen und technischem Verständnis. Mathematisches Grundverständnis sowie die Fähigkeit zum abstrakten Denken sind wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht. Das Fach bietet eine fundierte Basis sowohl für eine anschließende berufliche Ausbildung im IT-Sektor als auch für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe.